Die Geschiche von Anstoss e.V.
Was ist Anstoss e.V. überhaupt?
Anstoss e.V. ist:
· Eine Beschäftigungs- und Qualifizierungsinitiative mit dem Ziel, Menschen, die entweder schon viele Jahre arbeitslos sind oder aus den unterschiedlichsten Gründen als schwer (in Arbeit) vermittelbar gelten, eine Chance zu geben, auch sich selbst zu beweisen, dass sie fähig sind und durchaus in der Lage wären, für den eigenen Lebensunterhalt zu sorgen.
· Ein professioneller Garten- und Landschaftsbaubetrieb für Pflege, Begrünung und Neuanlage von allen Grünflächen, Gärten, Dachgärten und Außenanlagen im gewerblichen und privaten Bereich, der zuverlässig und gründlich arbeitet und für fast alle großen und kleinen Probleme umsetzbare Lösungen findet.
· Ein Fahrradladen, der überholte Fahrräder aus zweiter Hand zur sehr günstigen Preisen anbietet. Die Fahrräder von Anstoss e.V., welche übrigens polizeilich überprüft sind (der Kunde hat die Sicherheit, kein gestohlenes Fahrrad zu erwerben), werden in der eigenen Werkstatt wiederaufbereitet und jeder Kunde erhält zu seinem Fahrrad auch einen Fahrradpass.
Wie alles begann
Die Grundidee, eine solche Beschäftigungsinititative zu gründen, entstand schon im Jahr 1998.
Im Emmaus-Tagestreff, damals noch auf der St. Anton-Straße angesiedelt, fragten immer wieder Besucher, die meisten von ihnen waren auf Sozialhilfe angewiesen oder schon lange arbeitslos, ob Emmaus keine Arbeit für Menschen anbieten könne, die nicht in der Emmaus-Gemeinschaft wohnen möchten.
Es war im Frühjahr 1999, als der selbständige Garten- und Landschaftsbaumeister Markus Lechner, der schon länger zum Freundeskreis vom Emmaus Krefeld gehörte, tatkräftig bei der Renovierung des Emmaus-Wohnhauses half und auch gerne weiter mit Emmaus zusammen arbeiten wollte, einen Auftrag erhielt, den er alleine nicht bewältigen konnte.
Im Tagestreff fragte Markus Lechner die Gäste, ob jemand daran interessiert sei, ihm bei der Durchführung eines größeren Auftrages (es ging immerhin um die Bepflanzung von ca. 300 Blumenkübeln in einem Einkaufszentrum in Essen) zu helfen. Drei Männer konnte Markus Lechner so gewinnen und der Auftrag wurde mit gutem Erfolg ausgeführt.
Angespornt durch dieses gute Ergebnis, war die Gründung der Beschäftigungsinitiative Anstoss e.V. der nächste Schritt. Es folgten Treffen, Gründungsversammlung, Ämtergänge und was es sonst noch so alles gibt, um einen Verein zu gründen.
Offiziell wurde Anstoss e.V. am 11. März 1999 in das Vereinsregister eingetragen und neben dem sozialen Engagement wurde ein Gartenbaubetrieb ins Leben gerufen.
Am 4. August 1999 wurde die Gründung vor dem Emmaus-Flohmarkt gefeiert
Die Sache mit den Fahrrädern.
Einer der Mitarbeiter von Anstoss e.V. (ein Schlosser aus der ehemaligen DDR ) war absolut nicht zum Gärtner geboren.
Bei Emmaus stapelten sich zu dieser Zeit Fahrräder (aus Spenden oder Haushaltsauflösungen), die mangels Fachkraft nicht weiter beachtet wurden und vor sich hin rosteten. Frei nach dem Motto „Jeder nach seinen individuellen Fähigkeiten“ entstand die Idee, diese Fahrräder wieder verkehrstüchtig zu machen und für kleines Geld zu verkaufen.
Zu Beginn wurden die Räder noch in einem Keller beim Emmaus-Flohmarkt repariert und verkauft, doch im Dezember 1999 konnte der Verkauf in den Fahrradladen in der Peter-Lauten-Straße, direkt am Emmaus-Flohmarkt, umziehen und das Radprojekt entwickelte sich stetig weiter.
Das kurze aber dennoch erfolgreiche „Experiment“ Möbelaufarbeitung.
Im Jahr 2001 war ein Schreiner bei Anstoss e.V. beschäftigt und setzte sich dafür ein, alte aber hochwertige Möbel (teils Antiquitäten), die einer Aufarbeitung bedurften, wieder herzurichten. Innerhalb kürzester Zeit wurde eine kleine Schreinerwerkstatt eingerichtet und die restaurierten Möbel auch erfolgreich verkauft. Leider verließ der Schreiner nach einem halben Jahr den Verein und das Projekt konnte mangels entsprechend qualifizierter Nachfolger nicht weiter geführt werden.
Die Zusammenarbeit
Auch wenn Anstoss e.V. sich als eigenständig empfindet, wird weiterhin sehr gerne und intensiv mit der Krefelder Emmaus-Gemeinschaft zusammengearbeitet. Auch der Kinderbauernhof Mallewupp e.V., eine Initiative, die sich dafür einsetzt, Kindern die Natur näher zu bringen, gehört zum „Umfeld“ von Anstoss e.V.
Der Umzug
Mit den Jahren wurde Anstoss e.V. dank des Engagements aller Mitarbeiter nicht nur erfolgreicher, sondern auch größer. Die Räumlichkeiten (Fahrradwerkstatt, Lagerflächen etc.) waren einfach zu klein geworden und es wurde nach einem anderen Objekt gesucht.
In der ehemaligen englischen Kaserne zwischen Mevissenstraße und Kempener Allee, mittlerweile ein Gewerbepark, wurde der Verein fündig und konnte zum Jahreswechsel 2007/2008 umziehen.
2009. 10 Jahre Anstoss e.V.
Was mit einer Idee, einem Markus Lechner und 3 Helfern begann, stellt sich heute folgendermaßen dar:
- 5 sozialversicherungspflichtige Mitarbeiter
- 7 geringfügig beschäftigte Mitarbeiter
- Bis zu 7 Mitarbeiter im Rahmen der sogenannten Zusatzjobs mit Aufwandsentschädigung (bekannt als 1€-Jobs)
- 1 Dipl.-Pädagoge als Honorarkraft
Dieser Erfolg wurde am 9. Mai 2009 mit einem Tag der offenen Tür gebührend gefeiert.
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